Für ein
gesundes
Frettchenleben...

vorbeugende
Schutzimpfungen

Zur Vermeidung einiger gefährlicher Infektionen bzw. Toxinfektionen verwenden hierzulande die meisten Tierärzte die Impfstoffpaletten aus dem Gesundheitsprogramm für Nerze und Frettchen der Firma Impfstoffwerk Dessau.

Da es diese Impfstoffe (als Einzel- oder Kombinationsimpfung) nur in Handelsformen zu 250 Impfdosen gibt, führen verschiedene Tierärzte in regelmäßigen Abständen Impfnachmittage für Frettchen durch. In der Praxis werden folgende Einzel- bzw. Kombi-Impfungen angewandt:

FEBRIVAC-DIST
Lebendimpfstoff gegen die Staupe der Nerze und Frettchen.

FEBRIVAC 3-Plus
Inaktivierter Impfstoff gegen Botulismus, Virusenteritis und Hämorrhagische Pneumonie der Nerze.

Gegenanzeigen:

Kranke und geschwächte Tiere sollten nicht geimpft werden. Trächtige Fähen sollten nur im Notfall einer Immunisierung unterzogen werden.

Anwendung:

Inaktivierte Impfstoffe (FEBRIVAC 3-Plus)
Grundimmunisierung von Welpen und Elterntieren:
Frühestens zwischen der 5. Und 8. Lebenswoche. Wurde die 1. Impfung durch maternale Immunität beeinträchtigt (nachweisbar durch eine Screeninguntersuchung zum Antikörperspiegel) kann eine zweite Impfung erfolgen. Der Impfschutz sollte danach 1 x jährlich wiederholt werden.
Elternzuchttiere: Impfung mindestens 4 Wochen vor der Paarung.

Lebendimpfstoff zur Staupeimpfung
(FEBRIVAC DIST)
Grundimmunisierung von Welpen und Elterntieren:
Welpen, die älter als 10 Wochen sind, werden 1 x geimpft. Bei Impfungen vor der 10. Lebenswoche und bei vorhandener maternaler Immunität (siehe oben) gegen Staupe wird die Immunisierung nach 4 – 6 Wochen wiederholt. Danach 1 x jährlich wiederholen.
Elternzuchttiere: Impfung mindestens 4 Wochen vor der Paarung.

Leider wird von einigen Tierärzten (unwissenderweise?) zur Verhinderung von ansteckenden Krankheit beim Frettchen immer noch, analog dem Hund, die Kombinationsimpfung gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und Tollwut (SHLPT) geimpft. Dieses Impfschema bzw. diese Impfroutine sollte aus folgenden Gründen kritisch beurteilt werden, da selbst wenn Hunde- und Frettchenkrankheiten identisch wären, die Hundeimpfstoffe weder entwickelt noch zugelassen für die Tierart Frettchen sind. Außerdem schenkt die eben genannte Impfroutine einigen schweren Frettchenkrankheiten wie etwa Virusenteritis, Botulismus und Pseudomonas keine Beachtung.

Wie sich diese Erkrankungen im einzelnen äußern ist nachfolgend ausgeführt:

Virusdurchfall

Virusdurchfall oder aus sog. Virusenteritis ist eine Krankheit, die vorwiegend bei Nerzen auftritt, verschont aber leider auch die Frettchen nicht und kann sogar erst 10 Wochen alte Tiere befallen. Typisch für diese Erkrankung ist der grünlich verfärbte und mit Schleim bedeckte Stuhl. Eine Vermeidung von Kontakten zu (anderen) Frettchen kann bei der Prophylaxe gegen die Virusenteritis sehr hilfreich sein.

Botulismus

Beim Frettchen wird diese Krankheit durch den Typ C des biologisch giftigsten Toxins eines Bakteriums (Clostridium botulinum) hervorgerufen; die lebensbedrohliche Krankheit befällt merkwürdigerweise robuste, gut entwickelte Tiere. Das Gift wird in der Regel außerhalb des Tieres (z.B. in einem Tierkadaver) gebildet und dann vom Frettchen aufgenommen. Eine Reaktion auf die Aufnahme des Giftes zeigt sich nach erstmals 12 Stunden, kann jedoch auch bis zu 4 Tagen auf sich warten lassen. Die Hintergliedmaßen des vergifteten Tieres werden schlaff, die Pupillen sind weit geöffnet. Die Tiere speicheln stark und zeigen keine Abwehrreaktion. Der Tod tritt unmittelbar infolge Atemlähmung ein. Für unsere Hausfrettchen lässt sich diese Gefahr auf vielfache Weise vermeiden. Zunächst ist eine Impfung gegen Botulismus angeraten, ferner lässt sich durch die Verfütterung von gekochtem Fleisch die Gefahr eindämmen, da das Gift nicht hitzebeständig ist und lässt sich durch ein 30-minütiges Erhitzen bei 80 C inaktivieren. Da das Gift sehr oft an Wassertümpeln und morastigen Uferstellen vorkommt, muss die Wasseraufnahme der Frettchen an diesen Orten gemieden werden.
Der ausreichenden Versorgung mit Eiweiß und Mineralien muss im Rahmen der Prophylaxe eine besondere Rolle beigemessen werden. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Tiere, die diesbezüglich unterversorgt sind, beim freien Auslauf dazu neigen, an Tierkadavern und Knochen zu lecken oder zu knabbern und sich damit auf diese Art und Weise zu vergiften.

Staupe

Die klassische Staupe mit Nasenausfluss und Verhärtung der Pfoten ist kaum noch anzutreffen. Häufiger dagegen ist die nervöse Form; die beste Vorbeugung hiergegen ist die Immunprophylaxe, sprich Schutzimpfung.

Hier geht's zur Homepage der Impfstoffwerke Dessau-Tornau:

http://www.idt-direct.de