HaltungBevor Sie sich ein Frettchen anschaffen wollen, sollten Sie sich jedoch erst einmal Gedanken machen, ob dieses kleine Raubtier zu Ihnen passt. Frettchen werden etwa 8-10 Jahre alt und wollen in dieser Zeit täglich versorgt werden. Auch sollten sie am Tag mind. 2 Stunden Auslauf haben. Bei dieser Gelegenheit kann es schon mal passieren, dass das Frettchen eine Pfütze oder ein Häufchen auf dem Teppich hinterlässt, anstatt auf die Katzentoilette zu gehen. Bei ungeschickter Handhabung oder im Spiel zwickt das Tierchen schon einmal.
Verstehen Sie das, oder verlieren Sie dann den Spaß an dem Tiere? Was passiert mit dem Tier, wenn Sie in den Urlaub fahren? Auch haben Frettchen einen leichten Wildgeruch, ist man hier empfindlich? Haben Sie Ihren Vermieter gefragt?
Man muss sich um ein Frettchen mehr kümmern, als um ein reines Käfigtier.
Frettchen bekommt man heute bei Züchtern, Tierheimen, Frettchenclubs und leider auch bei einigen wenigen Zoohandlungen. Die Preise für diese Tiere gehen bei den Anbietern weit auseinander.
Wenn man sich dann für ein Tier entschieden hat, kommen die Fragen "Fähe oder Rüde", "Einzel- oder Pärchenhaltung"? Bei der ersten Frage ist es reine Geschmackssache, ob man sich für eine Fähe, die ausgewachsen etwa 30 bis 40 cm misst und zwischen 600 bis 800 Gramm wiegt oder für einen Rüden, der über 60 cm lang und über 2000 Gramm Körpergewicht erreichen kann, entscheidet.
Es wird empfohlen, immer zwei Tiere zu halten, da Frettchen sehr gesellige Tiere sind und eine Einzelhaltung nicht artgerecht ist.
Außerdem machen 2 Tierchen nicht mehr Arbeit als eines. Man kann sich ein Pärchen halten, bei dem es meistens sehr harmonisch zugeht. Allerdings sollte man beide Tiere, wenn man keine Jungtiere wünscht, im Alter von etwa 10 Monaten kastrieren lassen.
Aber genauso kann man auch 2 Rüden zusammenhalten, diese müssen aber unbedingt beide kastriert werden, da es ansonsten während der Ranzzeit (Geschlechtsreife) zu blutigen Beißereien und Rangkämpfen kommen kann. Frettchen sind keine reinen Streichel- oder Schmusetiere und gehören nur unter Aufsicht in Kinderhände (unter 10 Jahre).An Katzen und Hunde kann man ein Frettchen meistens nach einiger Zeit der Anpassung gewöhnen, dagegen werden z.B. Nagetiere und Vögel als Beutetiere angesehen. Junge Frettchen werden im Alter von 8 - 12 Wochen angeboten und sehr schnell handzahm. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Jungtier mindestens 8 Wochen alt ist. Sollte es zu früh von der Mutter entfernt werden, kann es zu schwerwiegenden sozialen Störungen kommen. Beim Kauf vergleichen Sie verschiedene Tiere bei mehreren Anbietern.
Lassen Sie sich auch die Elterntiere zeigen. Das gesunde Tier ist munter und neugierig. Es hat ein weiches und glänzendes Fell, sowie klare und unverklebte Augen. Auch sollte die Aftergegend frei von Kotresten sein, da dieses auf Durchfall hindeuten kann. Das gesunde Hausfrettchen ist munter und neugierig. Bei Tieren die apathisch im Käfig sitzen oder fauchen, sollte man vorsichtig sein. Achten Sie auch, wie der Züchter mit ihnen umgeht (z.B. die Tiere mit Handschuhen anfasst).
Der Käfig des Frettchens sollte nicht zu klein sein und mindestens die Maße 100 x 50 x 50 cm haben. Sollten Sie in Ihrer Wohnung evtl. ein Zimmer leerstehend haben, so können Sie dieses auch wunderbar als Frettchenzimmer umfunktionieren. Möchten Sie Ihr Frettchen im Garten oder auf dem Balkon halten, muss der Käfig zug- und regengeschützt stehen, sowie nicht direkt in der Sonne (Hitzschlag).
Auch das künftige Schlafhaus sollte geräumig sein, ca. 25 x 30 x 35 cm. Frettchen polstern gerne ihren Schlafplatz aus, dazu nimmt man am besten zum Auspolstern der Schlafkiste Baumwolltücher, aus denen sich die Frettchen ihr Nest selbst anfertigen. Gefährlich sind Frotteetücher, da sich die Tiere leicht in den kleinen Schlaufen verfangen können.
Als weitere Schlafmöglichkeit werden "Hängematten" sehr gerne von Frettchen angenommen. Dazu werden Geschirrtücher an allen vier Ecken umgenäht, Schnüre durchgezogen und diese als Hängematten in den Käfig gehängt. Als Futternapf eignen sich glasierte Tongefäße (zu leichte oder nicht befestigte Gefäße werden schnell umgestoßen), als Tränke werden sogenannte Nippelfläschchen für Nager gerne angenommen. Um aber eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten, empfehlen wir zusätzlich einen Trinknapf hinzustellen oder noch besser spezielle Trinkgefäße zum befestigen am Käfiggitter aufzuhängen. Diese Trinknäpfe erhalten Sie im Internet bei Tierbedarf Kirschein unter www.tierbedarfkirschstein.de .In den Käfig gehört außerdem eine Katzentoilette mit Streu. Auf den Käfigboden selber darf kein Streu verwendet werden, da die Tiere ihr Futter hier drin wälzen und es beim Verzehr zu Magen- und Darmverschluss kommen kann.
Das Schöne an Frettchen ist auch, dass man mit ihnen spazieren gehen kann. Man verwendet hierfür Katzenbrustgeschirre, die im Fachhandel erhältlich sind. Sie müssen dann nur auf die Größe des Frettchens gekürzt werden. In den meisten Frettchenvereinen werden speziell für Frettchen angefertigte Leinen produziert, die auch erworben werden können. An den Spaziergang kann man die Tiere mit etwas Geduld sehr schnell gewöhnen.
Beim Freilauf in der Wohnung wäre noch zu beachten, dass das Frettchen nie unbeabsichtigt bleiben sollte, da Gefahren, die diesen sehr neugierigen Tieren drohen, für sie unter Umständen tödlich sein können. Besondere Gefahrenquellen sind plötzlich zuschlagende Türen (Einquetschungsgefahr), offener Kühlschrank, Trockner oder Waschmaschine (eingeschlossen werden). Da alles "beschnüffelt" werden muss, sollte man darauf achten, dass keine heißen Gegenstände wie Bügeleisen, brennende Kerzen und Zigaretten herum liegen. Auch Spül-, Reinigungs- und Arzneimittel, also Stoffe die zu Vergiftungen führen können, sollten "frettchensicher" aufbewahrt werden.
Für den Transport empfiehlt sich eine Transportbox aus Plastik (z.B. zum Besuch beim Tierarzt).Abbildung der Tränke: