GeschichteDas Frettchen ist, vom biologischen Standpunkt aus gesehen, die domestizierte albinotiche Form des Waldiltis und gehört zur Raubwildfamilie der Marder. Zu dieser Familie zählen auch die Wieselwartigen, die wiederum in die Gattung der der Stink- und Erdmarder zu unterteilen sind. Eine weitere Untergattung ist unter anderem auch der Iltis und das Frettchen. Iltisse wurden vor der Einbürgerung der Katze im Europa des ersten Jahrhunderts zur Mäuse- und Rattenbekämpfung gehalten. Wo der Iltis zum ersten Mal domestiziert wurde, lässt sich heute nicht mehr nachweisen. Möglicherweise wurde das Frettchen an verschiedenen Orten Vorderasiens und des Mittelmeerraumes gefangengehalten und gezüchtet; also Orte, an denen Wildkaninchen ursprünglich vorkamen. Schon vor ca. 4500 Jahren wurden diese Tiere von den Ägyptern gehalten und bildlich dargestellt. In Rom wurden Frettchen zur Jagd auf Kaninchen benutzt. Plinius schrieb seinerzeit an seinen Kaiser, er möge einige Dutzend "Viverrae" nach Sizilien schicken, um der dort herrschenden Kaninchenplage Herr zu werden. Im 4. Jahrhundert v. Chr. berichtet Aristoteles von dem "Ictis", einem weißen possierlichen Tierchen, das gerne Honig und Vögel fresse und ein guter Jagdhelfer sei.
In Spanien soll schon vor der Herrschaft der Araber das Frettchen zur Jagd verwendet worden sein; das berichtet Isidor von Sevilla (570 bis 636 n. Chr.). Die Araber bezeichneten das Frettchen als "Furo". Der 1280 verstorbene Albertus Magnus erwähnt das Frettchen als Haustier zur Ratten- und Mäusebekämpfung.
Ein wieselartiges Tier wurde auch von den Perserkönigen zur Beizjagd benutzt, dessen türkische Bezeichnung "Güschen" ist; vermutlich waren es Frettchen.
Die Bezeichnung Frettchen und Iltisfrettchen sollte man unbedingt auseinanderhalten. Das Frettchen ist die albinotische Form des Iltis. Als Albino bezeichnet man eine durch absoluten Pigmentmangel gekennzeichnete Mutante, die sich durch weiße bis blassgelbe Fellhare, rote Augen, fleischfarbene Nase und fleischfarbene Sohlenballen auszeichnet.
Iltisfrettchen ähneln in der Zeichnung und Farbe dem Waldiltis und haben eine schwarze Iris. Bei Kreuzungen untereinander dominiert das Iltisfrettchen.