Ernährung
(Bericht von Anja van Aken)Gehen doch einmal ganz anders an dieses Thema.
Was würde ein Frettchen fressen, wenn es eine Wildform gäbe (wie zum Beispiel der Waldiltis)?
Der kleine Jäger ernährt sich von Fleisch, von Mäusen, Ratten, vielleicht mal Kaninchen, Vögeln und eventuell auch Aas. Darüber hinaus nimmt das Tier eine hohe Konzentration von Protein und Fett auf, Mineralien und Vitamine und bedingt durch eventuelle Mageninhalt der Beutetiere vegetarische Kost.Frettchen stehen, wie Katzen, bei näherer Betrachtung in der Entwicklung des Darmes auf einem alten Stand - sie sind "Karnivore", spricht Kannibalen, reine Fleischfresser. Der Darm dieser Tiere ist nicht in der Lage vegetarische Kost aufzusplittern, d.h. im Klartext: Paprika, Banane, Obst, Getreide... geht alles unverdaut seiner Wege durch den Darm und kommt hinten wieder raus. Da es von den Darmzellen nicht erkannt wird, nicht verdaut wird, kann diese Art von Ernährung also auch nicht zu einem Vitaminausgleich führen.
Warum fressen sie es dann so gerne?
Warum essen wir Eis gerne, obwohl wir kaum Nährwert dadurch zu uns nehmen???
Die artgerechteste Ernährung für Frettchen ist eigentlich Frischfleischkost. Mäuse, Ratten usw., nicht aber tote Eintagsküken! In aller erster Linie sollte man wissen, dass Eintagsküken vergast werden (!), weil das die billigste Lösung zum Töten der Tiere ist. Das sich im Kükenkörper befindliche Gas kann über Jahre hinweg eine toxische Vergiftung im Frettchenkörper hervorrufen. Betroffen sind dann Leber und Nieren...Unsere Möglichkeiten von Frischfleischgaben sind aber beim Schlachter zu bekommen: Innereien (davon aber nicht zu viel, gibt Durchfall), Pute und Huhn, Rind natürlich und aus den uns schon bekannten Gründe (Trichinen, hauptsächlicher Überträger von Krankheiten) kein Schwein. Fisch wäre nicht artgerecht, ist aber als Abwechslung o.k. Das Protein-Fett-Verhältnis von Fisch ist aber nicht so super. Ein Ei pro Woche wird häufig empfohlen, macht das Fell glänzend und ist in der kleinen Menge gut. Zuviel Ei gibt Verstopfung und verursacht Störungen im gesamten Organismus (auch Allergien!).
Die schlechteste Variante ist Hundefutter. Der Hund ist dem Menschen in der Darmentwicklung näher als das Frettchen, er ist Halb-Vegetarier, soll heißen, er kann und muß vegetarische Varianten von Futter zu sich nehmen um bestimmte Mineralien und Vitamine zu bekommen. Das allerdings führt im Hundefutter zu einer Reduzierung des Fleischanteils (und auch des Proteinanteils) und somit für ein Frettchen zu dauernden Unterernährung. Die Folge: Haarverlust (fängt meistens am Schwanz an), Zahnverlust, organische Schäden, Blindheit.
Ebenfalls nicht sehr nahrhaft: Katzendosenfutter oder preiswertes Trockenfutter für Katzen. Hier muss man etwas mehr Hintergrundwissen haben, denn die angegebenen Inhaltsstoffe auf den Packungen erscheinen gut für Frettchen...weit gefehlt.
Dosenfutter besteht in der Regel zu 80 - 90 % aus Wasser (sehr nahrhaft, oder?). Die restlichen 10 - 20 % bestehen aus Rest- und Abfallfleisch (häufig auch Kadaverfleisch), versetzt mit Gemüse und hohen Anteilen Getreide (billig!!!). Heißt für ein Frettchen: Es müsste mindestens die 10 - 20fache Menge an Dosen- und Preiswertfutter zu sich nehmen um eine einigermaßen korrekte Versorgung zu haben...also 24 h am Tag nur fressen.
Also was machen?
Optimal ist natürlich Frettchenfutter, obwohl es auch da Unterschiede gibt. Vitakraft stellt z.B. ein Futter her, was zwar fast überall im Zoohandel erhältlich ist, aber in der genaueren Analyse sind die verwendeten Materialien und die Zusammensetzung nicht ausreichend.
Die Fa. Bewital hat ein Frettfutter "Fernando" herausgebracht. Zugegebenermaßen teuer, aber nicht schlecht.
Das ist schon ganz vernünftig zusammengesetzt.
Und dann gibt es den großen amerikanischen Markt. "Totally Ferret" und "8 in 1" (Advanced Ferret) sind sehr gute Futter, dass sieht man allein an den Tieren, die das Futter über längere Zeit bekommen. 8 in 1 ist zur Zeit noch sehr schwer erhältlich in Deutschland! Totally Ferret wird mittlerweile in Deutschland hergestellt, zu beziehen über folgenden Link:Doch es gibt noch eine andere Möglichkeit:
Katzenkinder-Premiumtrockenfutter. Dort haben wir hohe Proteinwerte (sollte bei etwa 35 % aufwärts liegen, kann ruhig bis 50 % hoch gehen, gibt es aber nicht; die auch aus Fleisch und nicht aus Soja produziert werden!!!), hohe Fettwerte (sollte oberhalb von 15 - 20 % liegen, kann auch höher sein, gibt es aber selten), vernünftige Gaben an Mineralien und Vitaminen. Wichtiger Bestandteil ist auch Taurin, ist aber in den heutigen Katzenfuttern sowieso vorhanden und ein hoher Vitamin-B-Komplex. Zusatzvitamine sind aber da notwendig (Multivitaminpasten über Tierarzt und Fachhandel). Gute Verträglichkeit bietet Royal Canin Babycat, Royal Canin Kitten, Eucanuba-Cat Kitten und Adult. Hills und Iams reichen leider schon wieder nicht aus. Vorteil der "teuren" Futter ist ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Tiere fressen (und koten) weniger...also ist das Futter gar nicht sooo teuer...meisst ist man mit dem vermeindlich billigen Dosen- und Preiswertfutter viel teurer am Ende des Monats und hat dazu noch eine miserable Versorgung!
Schwache Frettchen kann man übrigens mit Katzenwelpenaufzuchtmilch hervorragend päppeln. Sie bietet den nötigen Fettschub, der allerdings nur über kurze Zeit gegeben (!) den Stoffwechsel anschiebt.Leitfaden durch das Inhaltsstoffwirrwarr bei Tierfutter
von Anja van AkenJeder hat schon mal das gleiche Gefühl gehabt, wie ich, als ich das erste mal eine Tüte mit Trockenfutter für Tiere in der Hand hielt: so wichtig klingende Namen wie Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Magnesium, Zink oder gar Vitamin B1 12 in IE zu tausenden angegeben - Hieroglyphen für den Laien - nicht wirklich eine Vermittlung zwischen lesendem Auge und wissendem Hirn. Zu deutsch: Was soll das wohl alles sein? Was davon braucht mein Tier in welcher Menge? Was gehört überhaupt da rein? Und was sucht Asche im Futter?
Nun, ich versuche mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen, ohne zu wissenschaftlich zu werden.
Erst einmal steht außer Frage, dass wir als Laie, selbst als wissender Laie, nicht in der Lage sind hinter die einzelnen Begrifflichkeiten bis ins Urprodukt zu sehen. Soll heißen: Protein ... was ist das? Das kann ich im Folgenden beantworten, nicht aber, welcher Proteinträger in den einzelnen Futtern verwandt wird und ob der für die jeweilige Tiergattung sinnvoll ist. Beispiel: Proteinträger können Fleisch sein in verschiedensten Qualitäten (Hühnerbeine, Filet, Schnäbel und Krallen, Beinfleisch...) oder pflanzliche Träger (Mais, Reis, Weizen, Soja ). Leider gibt einem der kleine stets völlig lateinisch anmutende Teil der Inhaltsangaben wenig Aufschub über Qualität und Herkunft der Trägermaterialien ... oft liegt aber da der Hase im Pfeffer, soll heißen, die Qualität der Trägermaterialien ergibt häufig die eigentliche Wirksamkeit oder Unverträglichkeit des Futters. Logisch erscheint da vereinfacht folgendes: Schnäbel und Krallen als Geflügelmehl sind denkbar schlechtes Material um wirklich wertvolle Proteinträger zu sein. Beinfleisch (Muskelfleisch) hingegen, die sich auch unter Geflügelmehl befinden können sind wiederum sehr hochwertige Substanzen.
Zur Verdeutlichung ein wenig trocken anmutendes Material:
Proteine sind in erster Linie Aminosäuren wie Taurin, Arginin, Glutamin. Sie sind in der Mehrzahl für den Stoffwechsel, aber auch zur Abwehr, für das Nervensystem, den Aufbau und zum Schadstoffabbau notwendig.
Ein Mangel an wertigen Proteinen ergibt Wachstumsstörungen, Anämie, Unfruchtbarkeit, Fellstörungen (Ausschuppen, neurodermitische Erkrankungen etc.).
Wertige Proteinträger sind das Vollei, Molke, Leber, Fleisch vom Rind, Lamm;.mittelgute Träger sind Fischmehl, Knochenmehl, Fleischmehl;
schlechte Träger sind Maisglutenmehl, Mais, Reis, Weizen, Gerste.
Fette sind unsere Energielieferanten. Außerdem sind sie zuständig für die Aufnahme von fettlöslichen und wichtigen Vitaminen (A,D,E,K). Ohne Fette, oder mit zu wenig Fett sind Tiere nicht in der Lage, die sich im Futter befindlichen Vitamine aufzunehmen, d.h. im Klartext, sie werden unverdaut wieder ausgeschieden.
Unglücklicherweise beeinträchtigt das Fett aber auch den Geschmack des Futters. Fett ist ein so genannter Geschmacksträger oder Akzeptanzverstärker. Dadurch wird häufig auch bei hochwertigeren Futtern mit zu viel Fett gearbeitet. Es führt zu Übergewicht und Fellschäden (Ausschuppen, neurodermitische Erkrankungen) und zu Magen-Darm-Störungen (Durchfälle). Eine schlechte oder Unterversorgung mit Fetten ergibt andererseits eine schlechte Wundheilung, trockenes Fell, ebenfalls schuppige Haut sowie Fortpflanzungsschäden (Totgeburten, Behinderungen).
Rohasche setzt sich in den meisten Fällen aus so genannten Ballaststoffen zusammen. Sie fördern die Darmaktivität und machen satt. Hohe Rohascheanteile finden wir in Light-Futtern, damit ein Sättigungsgrad bei den Tieren erreicht wird, ohne Übergewicht zu produzieren. Die Folge von viel Rohasche/erhöhten Ballaststoffen im Futter ist eine erhöhte Kotabgabe (kann sehr extrem werden!). Ein gutes Lightfutter ist eine Gradwanderung zwischen Fett, was zur Vitamin- und Mineralstoffversorgung ohne Mangelerscheinungen vorhanden sein muss und dem gewissen Anteil an Ballaststoffen ... und schmecken soll es auch noch! Ein schwieriges Thema ....
Selbst für die Futtermittelbranche.
.......Fortsetzung folgt .....